Samstag, 19.05.2012
von 12:00 – 14:00 Uhr:
Doppelhaushälfte
Früchte 10 in
Ahaus - Ottenstein
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Münster - Das „Feldschlösschen“ auf der Sentruper Höhe wird abgerissen. Damit verschwindet in Münster wieder eine traditionelle Gaststätte, die Jahrzehnte verpachtet war. Demnächst werden auf dem Areal drei Reihenhäuser und sechs Doppelhaushälften entstehen. Mit dem Bau soll im März oder April begonnen werden, sagt Gerd Sasse vom Immobilienservice Grünewald & Niesing der Volksbank Ochtrup.
Die Geschichte des Feldschlösschens auf der Sentruper Höhe geht weit zurück. Um 1900, erinnert sich wehmütig die Eigentümerfamilie Stübbe aus Ahlen, war das „Feldschlösschen“ ein sehr beliebtes Ausflugsziel für viele Münsteraner. Womit aber der Stammsitz des Feldschlösschens gemeint ist, der heute unter anderem von der Timmermeisterschule genutzt wird und die Keimzelle dieser Schule war. Das neue Feldschlösschen nebenan ist dagegen gerade mal etwa 35 Jahre alt.
Geschätzt waren damals in der Traditionsgastronomie Feldschlösschen Spezialitäten wie das selbst gebackene Brot, belegt mit Schinken oder Wurst aus eigener Schlachtung und der selbst gebackene Kuchen. Der Biergarten war ein Anziehungspunkt für die Münsteraner.
Um 1900 war der Sportplatz am Feldschlösschen ein Begriff. Der SC Preußen Münster trug hier seine ersten Spiele aus, dann folgte die DJK Münster, später der Postsportverein und 1949 der 1. FC Gievenbeck. Die Handballer von DJK Sparta Münster waren an der Sentruper Straße aktiv. Und in der Gartenanlage der Gastronomie entstand einer der ersten Tennisplätze Münsters.
Aber nicht nur der Sport spielte am Feldschlösschen eine königliche Rolle, auch viele Schützenfeste wurden dort gefeiert. Damals schossen die Schützen ihren König an der Vogelstange noch mit Pulver und Blei aus, heißt es in dem Buch „Die Sentruper Höhe in Münster“, das im Aschendorff-Verlag erschienen ist und ausführlich über die Geschichte des Gastronomie-Schlösschens berichtet. Dass beispielsweise das erste Lebensmittelgeschäft auf der Sentruper Straße dort eröffnet wurde und dass 1951 bis zur Fertigstellung der Theresiengrundschule der Saal als Klassenraum genutzt wurde. Am Wochenende aber musste der Raum für die Gaststätte frei gemacht werden. Später war auch das Heinrich-Piepmeyer-Haus im Feldschlösschen untergebracht.
VON GABRIELE HILLMOTH, MÜNSTER
Quelle: Westfaelische Nachrichten 23.01.2010